Fran­zö­si­sche Cour de Cas­sa­ti­on zur inter­na­tio­na­len Zustän­dig­keit bei Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen im Inter­net.

Mit Ent­schei­dung des EuGH vom 03.10.2013 in der Rechts­sa­che C‑170/12 hat der Euro­päi­sche Gerichts­hof erneut geur­teilt, dass bei Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen, auch und ins­be­son­de­re, wenn sie im Inter­net gesche­hen, der Gerichts­stand am Delikts­ort eröff­net ist.

Der Gerichts­stand am Delikts­ort ist der­je­ni­ge, an dem die Rechts­ver­let­zung ein­tritt. Dies ist bei einer Ver­let­zung von imma­te­ri­el­len Schutz­rech­ten, ins­be­son­de­re Urhe­ber­rech­ten, die Juris­dik­ti­on des Mit­glieds­staa­tes, in dem unter die dem dor­ti­gen natio­na­len Urhe­ber­schutz gewähr­ten Rech­te ein­ge­grif­fen wird.

Aller­dings schränk­te der Euro­päi­sche Gerichts­hof die Zustän­dig­keit inso­weit ein, als bei der Kla­ge am Erfolgs­ort der delikt­i­schen Hand­lung nur über den Scha­den ent­schie­den wer­den darf, der an die­sem Ort ein­tritt. Erfolgt, wie in Inter­net­fäl­len häu­fig, eine Rechts­ver­let­zung in ver­schie­de­nen Staa­ten, muss in den jewei­li­gen Staa­ten Kla­ge bezüg­lich des dort jeweils ein­ge­tre­te­nen Scha­dens erho­ben wer­den.

Will man dies ver­mei­den, bleibt nichts ande­res übrig, als am All­ge­mei­nen Gerichts­stand des Ver­let­zers zu kla­gen. Dort kann der gesam­te Scha­den gel­tend gemacht wer­den, jedoch dann wie­der­um nur nach den jeweils natio­nal in Bezug zu neh­men­den Rechts­ord­nun­gen.

Wäh­rend dies in Deutsch­land stän­di­ge Recht­spre­chung ist, wur­de der vor­ste­hen­de Grund­satz durch die Ent­schei­dung Nr. 33 der fran­zö­si­schen Cour de Cas­sa­ti­on vom 22.01.2014 nun­mehr aus­drück­lich für Frank­reich bestä­tigt.

 

Gui­do Imfeld
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